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Fiat Geld vs. Gold

Bei Fiatgeld handelt es sich um eine Währung, welche von einem Land herausgegeben wird und welche nicht durch Gold oder andere Wertgegenstände besichert ist. Der Wert von Fiatgeld wird durch das Angebot und die Nachfrage auf dem Markt bestimmt.

Das Fiatgeld wird von den Zentralbanken herausgebracht. Durch geldpolitische Maßnahmen kann die Menge des Fiatgeldes gesteuert werden. Soll die Wirtschaft angekurbelt werden, wird günstiges Geld auf den Markt geworfen. Möchten die Zentralbanken hingegen die Inflation senken, wird Geldmenge dem Markt entzogen.

In unserer heutigen Zeit sind alle bedeutenden Währungen wie der US-Dollar oder der Euro eine Fiatwährung. Dies steht im Gegensatz zum Goldstandard, welcher dafür sorgte, dass die Währung zu 100 Prozent durch Goldeinlagen gedeckt / abgesichert war.

Preis für Feingold (999 Gold) im Ankauf in Euro

1 Gramm5 Gramm20 Gramm31,1 Gramm100 Gramm
52,89 €264,45 €1.057,80 €1.644,88 €5.289,00 €

Berechnen Sie den Wert Ihrer Edelmetalle

Was versteht man unter Fiatgeld / Geld?

Geld ist ein Medium, das im Austausch für Waren und Dienstleistungen, also zur Abwicklung von Transaktionen verwendet wird, solange es als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Ökonomen bezeichnen mit Geld ein Bündel von Aktiva. In einer Volkswirtschaft verwenden es die Menschen für den Erwerb von Waren und Dienstleistungen. Geld wird in der Volkswirtschaft in drei Funktionen unterschieden.

Die Funktion des allgemeinen Tausch- oder Zahlungsmittels bezeichnet den Erwerb von Gütern. Die Recheneinheit dient als Maßstab zur Verwendung von Preisangaben und Schuldnotierungen. Als dritte Funktion wird das Wertaufbewahrungsmittel definiert.

Durch den Erwerb von Vermögenswerten kann die Kaufkraft von der Gegenwart in die Zukunft verschoben werden. Zu beachten ist hierbei, dass mittlerweile auch nicht nur noch mit Bargeld bezahlt wird, sondern Buchgeld in Form von Zahlungen per Kreditkarte oder EC-Karte zum Einsatz kommt. Dadurch wird es erschwert, die Menge des Geldes zu bestimmen.

Welche Geldmengen gibt es?

Hierbei wird zwischen verschiedenen Geldmengen unterschieden:

M0

M0 umfasst den Bargeldumlauf und die Einlagen der Banken der EZB

M1

M1 umfasst die Zirkulation des Bargeldumlaufes bei Nichtbanken und die Sichteinlagen bei Geschäftsbanken.

M2

M2 umfasst die Punkte aus M1 plus Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren oder einer Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten.

M3

M3 umfasst alle Werte aus M2 + Geldmarktfonds, Schuldverschreibungen etc. mit einer Laufzeit von bis zu 2 Jahren.

Um sich dies einmal in Zahlen zu verdeutlichen, macht der Bargeldumlauf gerade einmal etwas weniger als 10 Prozent der gesamten Geldmenge aus. Es entstehen mehr als 90 Prozent der Geldmenge in den Geschäftsbanken. Hierbei wird von der Geldschöpfung der Banken gesprochen. Dabei handelt es sich um die Schöpfung von Geld, wenn die Bank nicht gezwungen ist, eine 100 % Reservehaltung der Sichteinlagen zu garantieren.

Beispielsweise bei einer Einzahlung von 1000 Euro und einer Reservehaltung von 10 Prozent könnte die Bank 900 Euro Geld aus der Sichteinlage schöpfen und diese beispielsweise dazu verwenden, um Kredite an andere Kunden zu vergeben. Dies bedeutet, dass aus einer Einlage in diesem Schritt 1900 Euro entstanden sind.

Dieser Vorgang erhöht sich mehrmals, bis der Geldschöpfungsmultiplikator erreicht ist. In diesem Fall liegt dieser bei 10. Aus den anfänglich eingezahlten 1000 Euro entstehen somit 10.000 Euro. Der Geldschöpfungsmultiplikator lässt sich mithilfe des Kehrsatzes des Reservesatzes errechnen:

Geldschöpfungsmultiplikator = 1 : R

R = Reservesatz

Der Reservesatz ist in unserem Beispiel 10 Prozent, sodass gilt 1 : 0,1 = 10

In der EU-Zone liegt die Mindestreserve zurzeit bei 1 Prozent, dies bedeutet das der Geldschöpfungsmultiplikator bei 100 liegen könnte. In unserem Beispiel würden dann aus 1000 Euro genau 100.000 Euro entstehen.

Viele Banken legen sich aber eine freiwillige Reservehaltung auf, damit Bargeldauszahlungen der Kunden zu jederzeit gewährleistet sind. Zum anderen halten Menschen Bargeld im privaten Besitz und verhindern dadurch, dass die Banken mit diesem Geld eine Geldwertschöpfung vornehmen können. Die Geldangebotsfunktion gibt an,  wie viel Geld geschöpft werden kann, wobei die erwähnten Faktoren berüchsichtigt werden müssen:

M = m x B

M = Geldmenge, m = Geldschöpfungsmuliplikator, B = Geldbasis

Durch einsetzen der Werte erhält man mit dieser Formel die mögliche potenzielle Geldmenge, welche bereitgestellt werden kann. Die ist auch eine der großen Aufgaben der Zentralbanken die Geldmenge zu steuern und in Krisenzeiten mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.

Wodurch wird Geld gedeckt?

Unter der Gelddeckung wird im volkswirtschaftlichen Sinne auch die Notendeckung verstanden. Geld besitzt einen bestimmten Wert, wenn es auch gedeckt ist. „Gelddeckung“ bedeutet, dass eine Art Garantie dafür besteht, etwas für sein Geld zu bekommen. Durch die Wirtschaftskraft eines Landes kann Geld durch die erzeugenden Banken gedeckt werden. Es gibt verschiedene Arten Geld zu decken. Die Bereithaltung von Edelmetallen, z. B. Gold oder Silber, sowie Devisen können zur Deckung des umlaufenden Geldes eingesetzt werden.

Die Deckung ergibt sich aus der Überlegung, dass die Zentralbanken, die das Geld ausgeben, dieses als Verbindlichkeiten in ihrer Bilanz ausweisen. Diese müssen durch ein entsprechendes Vermögen gedeckt sein. Das sogenannte Fiat Money ist Geld, das durch die Kreditvergabe der Zentral- und Geschäftsbanken entsteht. Menschen, die sich Geld bei der Bank leihen, sorgen dafür, dass Geld entsteht und in Umlauf kommt und so das Wirtschaften funktionieren kann. Gleichzeitig decken sie mit ihrer Wirtschaftskraft dieses Geld.

Welche Währungen sind Fiatgeld?

In unserer modernen Welt gibt es keine Währungen mehr, die durch Gold oder andere Metalle gedeckt sind. Als eins der letzten Länder hat die Schweiz die Golddeckung der eigenen Währung im Jahr 2000 aufgehoben. So lässt sich damit sagen, dass alle Währungen Fiatgeld sind, da diese nicht durch Gold oder Ähnliches gedeckt sind.

Ist Bargeld Fiatgeld?

Bei Bargeld handelt es sich um Fiatgeld, welches nicht über einen inneren Wert verfügt, sondern durch staatliche Stellen einen Wert zugewiesen bekommt.

Was bedeutet Fiat einzahlen?

Bei dem Begriff Fiat einzahlen handelt es sich um einen Begriff aus dem Bereich der Kryptowährung. Wenn Sie nicht selbst nach Coins schürfen, haben Sie die Alternative, Coins mit Fiatgeld kaufen zu können.

Daher bieten die Kryptohandelsportale die Möglichkeit, dass Sie Fiat einzahlen können. Ihr Geld wird dann in einer Fiatwall geführt, bevor Sie dieses in einen Coin investieren.

Sofern Sie nicht direkt in Coins bezahlen, müssen Sie vor einer Auszahlung erst wieder einen Umtausch vom Coin zurück in Fiatgeld durchführen. Nun können Sie von Ihrer Fiatwallet das Geld zurück auf Ihr Bankkonto oder Kreditkarte überweisen.

Ist Bitcoin eine Fiat Währung?

Es gibt viele Gemeinsamkeiten und auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Reihe von unterschieden zwischen Bitcoin und Fiatwährungen / Fiatgeld. Ähnlich wie mit Fiatgeld läss sich mit Bitcoin ein Tauschhandel zwischen zwei Parteien durchführen. Im Gegensatz zum Fiatgeld ist man bei seiner Transaktion nicht an öffentliche Banken gebunden, sondern kann seine Transaktion fast anonym über das Internet vollziehen. Der Wert des Fiatgeldes wird durch die Zentralbanken bestimmt, welche entweder die Geldmenge vergrößern oder die Geldmenge reduzieren. Der Wert des Bitcoin hingegen richtet sich nach dem Vertrauen der Anleger und ist somit stark mit Gold zu vergleichen.

Fiatgeld und Blockchain

Zahlreiche Finanzkrisen in der Vergangenheit haben dafür gesorgt, dass viel Menschen ihr Vertrauen in das Fiatgeld verloren haben. Durch diesen Vertrauensverlust sind neue Anlagemöglichkeiten wie Kryptowährungen in den Blickpunkt geraten, welche mit interessanten Technologien wie der Blockchain aufwarten können. Durch die webbasierte und dezentrale Verteilung der Coins, werden zahlreicheneue Transaktionsmöglichkeiten geschaffen. Hieraus bietet sich die Möglichkeit, ein digitalisiertes Goldgeld zu schaffen, welches die moderne Technologie der Kryptowährung mit der werterhaltenden Anlageform Gold kombinieren könnte.

Fazit

Was Sie aus diesem Text mitnehmen sollten, ist die Information, dass alle Währungen auf unserem Globus Fiatwährungen sind. Dies liegt darin begründet, dass keine Währung mehr an ein Edelmetall gebunden ist. Interessant ist die Entwicklung der letzten Jahre, dass wieder nach neune Alternativen zum Bargeld gesucht wird. Neben Gold rücken auch immer mehr Anlageformen wie Bitcoin oder Ethereum den Blickpunkt.