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SILBERGEWINNUNG

Im Gegensatz zu Gold ist Silber in reiner metallischer Form äußerst selten anzutreffen. Das meiste Silber kommt in Erzen vor, die eine Mischung von Metallen enthalten, meist Blei, Zink, Nickel und/oder Kupfer.

Folglich müssen diese Erze raffiniert werden, um das reine Silber zu gewinnen.

Preis für Feinsilber in Euro im Ankauf

SilberlegierungGewichtAnkaufspreis
999er Silber1 Gramm0,54 €
999er Silber50 Gramm27,00 €
999er Silber250 Gramm135,00 €
999er Silber500 Gramm*270,00 €
999er Silber1000 Gramm540,00 €

Silbergewinnung dem Zeitalter der Bronzezeit

Bereits in der Bronzezeit mussten die Metalle Blei, Zink Nickel und / oder Kupfer raffiniert werden, um Silber daraus zu gewinnen. Man muss den frühen Metallurgen zugestehen, dass sie sehr einfallsreich waren. Schon zu Beginn des dritten Jahrtausends wurde das Silber in einem komplizierten Verfahren aus Bleierzen gewonnen. Zunächst mussten die Erze in einer reduzierenden Atmosphäre erhitzt werden, damit die Metalle aus dem Grundgestein herausgelöst werden und eine Legierung bilden, ein Prozess, der "Schmelzen" genannt wird. Das Schmelzen ist mehr als nur das "Herausschmelzen des Metalls aus seinem Erz.

Die meisten Silbererze sind eine chemische Verbindung aus mehreren Metallen, die an andere Elemente gebunden sind, wie Sauerstoff (als Oxid), Schwefel (als Sulfid) oder Kohlenstoff und Sauerstoff zusammen (als Karbonat). Um den Schwefel und den Kohlenstoff loszuwerden, müssen die Erze zerkleinert und anschließend "geröstet" werden, d. h. sie werden über einen längeren Zeitraum bei moderaten Temperaturen erhitzt. Dies geschieht in einer oxidierenden Umgebung, so dass der Schwefel und der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff reagieren und in Form der Gase Kohlendioxid und Schwefeldioxid freigesetzt werden.

Durch das Rösten bleiben unsere Metalle nur an Sauerstoff gebunden. Der nächste Schritt besteht darin, den Sauerstoff dazu zu bringen, das Metall freizusetzen. Um dies zu erreichen, müssen diese Oxide in einer reduzierenden Atmosphäre auf hohe Temperaturen erhitzt werden. Das bedeutet, dass der Sauerstofffluss im Ofen ausgeschaltet oder zumindest eingeschränkt wird, während das Metall von einem Element umgeben ist, das sich leicht mit Sauerstoff verbindet, z. B. Kohlenstoff in Form von Holzkohle. Wenn dies richtig gemacht wird, gehen die Oxide eine chemische Reaktion ein. Der Sauerstoff aus den Oxiden bildet mit dem von der Holzkohle gelieferten Kohlenstoff Kohlendioxid, und die Metalle bilden eine Metalllegierung.Diese Legierung muss schließlich "gekupfert " werden. Das Ergebnis dieser Methode ist ein fast reines Silber, sofern das Erz kein Gold enthielt. Antikes Silber enthält Spurenelemente, typischerweise Blei, Gold, Wismut und andere Metalle, und die Messung der Konzentrationen dieser "Verunreinigungen" kann dem forensischen Schmuckhistoriker bei der Bestimmung der Echtheit klassischer Gegenstände helfen.

Neue Methoden der Silbergewinnung

Der allgemeine Prozess des Abbaus, Zerkleinerns, Röstens, Reduzierens und Kupierens von Blei- und Silbererzen blieb für Tausende von Jahren die Hauptmethode der Silbergewinnung. Erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts begann man, das Liquorverfahren zur Gewinnung von Silber aus Silber-Kupfer-Erzen einzusetzen. Diese Technik wurde in Mitteleuropa vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert ausgiebig genutzt. Um das Silber vom Kupfer zu trennen, wird das Erz zunächst unter Zugabe von Blei geschmolzen. Da Silber eine höhere Affinität zu Blei hat als Kupfer, verbindet es sich mit dem Blei. Nach mehrmaligem Schmelzen des Erzes, so dass sich das meiste Silber mit dem Blei und nicht mit dem Kupfer verbunden hat, wird das Gemisch auf einen Wert oberhalb des Schmelzpunkts von Blei, aber unterhalb desjenigen von Kupfer erhitzt. Das silberreiche Blei kann dann abgelassen werden, wobei reines Kupfer zurückbleibt, und es wird kupiert, um die beiden Metalle zu trennen.

Amalgierung mit Quecksilber

Im Jahr 1554 wurde die Quecksilberamalgamierung eingeführt. Die Entdeckung der Quecksilberamalgamierung wird dem spanischen Kaufmann Bartolomé de Medina zugeschrieben, der diese Technik als erster in Spanisch-Amerika auf Silbererze anwendete. Das Verfahren besteht darin, das Erz zu einem feinen Pulver zu zerkleinern und es dann mit Salz, Wasser, Kupfersulfat und Quecksilber in einem Becken zu vermischen, in dem es unter ständigem Rühren über längere Zeit verbleibt. Dabei geht das Silber mit dem Quecksilber eine Legierung ein, das so genannte Amalgam. Dieses wird vom restlichen Schlamm getrennt und anschließend erhitzt, um das Quecksilber auszutreiben, so dass der Bergmann reines Silber erhält. Dieses Verfahren ist besser bekannt als das Patio-Verfahren, das später zum Pan-Amalgam-Verfahren verbessert wurde.