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Goldgewinnung


Gold kommt in der Erdkruste in mit einem Anteil von rund vier Gramm auf 1.000 Tonnen Gestein vor. Es gehört damit zu den seltensten Metallen, was seinen Wert erklärt (neben seiner Schönheit und seinen sonstigen Eigenschaften), die Förderung ist freilich sehr aufwendig und findet vorwiegend unter Tage statt. Daneben kann Gold aus Flüssen gewaschen werden, ein sehr mühseliges und wenig ergiebiges Verfahren, drittens wird es natürlich aus allen vorhandenen Goldprodukten der Welt recycelt.

Darüber hinaus gibt es weitere Verfahren und Versuche, Gold zu fördern, selbst aus den Ozeanen der Welt könnte es gewonnen werden. Bei der Goldgewinnung ergeben sich aber auch Vorteile gegenüber anderen Metallen, denn Gold kommt gediegen vor, ist also nicht im Erz gebunden und muss aus diesem nicht thermisch oder chemisch gewonnen werden. Es wird nur mechanisch aus dem umgebenden Gestein gelöst. Diese Aufgabe wiederum ist schwierig genug, denn Freigold - sichtbare Goldnuggets oder Goldstaub - ist äußerst selten.

In der Regel finden sich feinste Goldpartikel im Gestein, die ausgewaschen oder amalgamiert werden, das heißt die Teilchen werden an Quecksilber gebunden, um das Gold danach auszuwaschen. Diese beiden Verfahren gab es schon in der Antike. Bei der industriellen Gewinnung kommt überwiegend die Cyanidlaugung zum Einsatz. Moderne Versuche setzen auch Bakterien ein, die in sich das Gold konzentrieren, die bekannten Verfahren werden immer mehr verfeinert. Inzwischen lohnt es sich, aus einer Tonne Gestein ein Gramm Gold zu gewinnen. Die einzelnen Verfahren stellen sich wie folgt dar:

  • Goldwaschen: Hierbei nutzt man die Dichte beziehungsweise das spezifische Gewicht von Gold, das höher ist als das umgebende Gestein. Goldhaltiges Gestein oder goldhaltiger Sand werden aufgeschlämmt, Gold sinkt eher auf den Boden und wird damit abgetrennt. Damit kann sogar Gold aus Bächen gewonnen werden, legendär sind die Funde im US-amerikanischen Klondike im 19. Jahrhundert, bei denen aber nur sehr wenige Goldsucher reich wurden, während die sich um den Goldrausch entwickelnde Wirtschaft sehr profitierte. Goldwaschen aus Bächen ist furchtbar mühselig, es hat aber einen Vorteil, auf den die Goldwäscher auch setzen: Wenn irgendwo ein Nugget auftaucht, setzt es sich zuverlässig im Waschsieb ab, der Wäscher hat einen Fünfer im Lotto gewonnen. Es gibt Schwimmbagger, die Gold waschen, auch an Land kann Gold aus demjenigen Schlamm gewaschen werden, in welchem man es vermutet. Goldgestein aus Minen kann nach mechanischer Zerkleinerung industriell ausgewaschen werden.
  • Amalgamverfahren: Amalgam ist die Bindung zwischen Quecksilber und Gold. Der Goldschlamm wird mit Quecksilber angereichert, dieses verbindet sich aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften beider Metalle zum weiß-fließenden Amalgam. Anschließend wird das Amalgam erhitzt, Quecksilber verdampft viel eher als Gold (eine gefährliche Arbeit), Gold bleibt zurück.
  • Cyanidlaugung: Die Industrie nutzt für große Mengen Gestein, in denen Gold vermutet wird, die Cynidlaugung, also das Lösen von Gold in Blausäure (sauerstoffhaltiges Natriumcyanid). Auch dieses Verfahren ist hochgiftig, das Gold muss aus dem Sickerwasser ausgefiltert werden und muss noch Stufen der Fitration, Ausfällung mit Zinkstaub, des Waschens, Trocknens, Reinigens und Raffinierens durchlaufen. Die Cyanidlaugung ist gesundheits- und umweltgefährdend.

Weitere Verfahren sind das übliche Recycling aus Altgold, das Anodenschlammverfahren (Gewinnung von in anderen Erzen gebundenem Gold) und Versuche der Gewinnung aus Meerwasser oder gar durch Kernfusion. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten sind aber noch teurer als das gewonnene Gold.