Seifengold

Als Seifengold werden Goldvorkommen bezeichnet, die bei der Verwitterung von Berggold (sogenannter primärer Goldlagerstätten) entstehen. Durch naturbedingte Witterungseinflüsse wird Geröll fortgespült, was eine allmähliche Freisetzung der Goldablagerungen im Gestein zur Folge hat. Die abgelösten Goldblättchen werden über Bäche oder Flüsse abtransportiert und lagern sich schließlich dort ab, wo die Strömung abnimmt, weshalb Seifengold meist nur in bestimmten Flussabschnitten zu finden ist.

Der Begriff leitet sich von dem Wort „Seife“ im geologischen Sinn ab, mit dem Mineralanreicherungen in Sedimenten wie Sand oder Kies bezeichnet werden. Seifen können mit Edel- und Schwermetallen sowie Edelsteinen versetzt sein, weshalb sie für die Gewinnung dieser Materialien von großem Interesse sind.

Die weltweit größte bekannte Goldseife befindet sich in der Nähe von Johannesburg in Südafrika. Geringe Mengen Seifengold wurden aber auch in Deutschland gefunden, so beispielsweise auf den Geröllbänken des Hoch- und Oberrheines, insbesondere bei Istein im Dreiländereck mit Frankreich und der Schweiz.

Wie wird Seifengold weiterverarbeitet?

Seifengold kommt in Form von Staub, kleinen Körnern oder Nuggets vor und kann durch das Verfahren der Goldwäsche gewonnen werden. Dabei wird das Edelmetall, das im Gegensatz zum restlichen Gestein ein deutlich höheres Gewicht besitzt, mithilfe von Goldwaschpfannen oder Rüttelsieben aus der Seife geschwemmt.

Das so gewonnene Gold wird für gewöhnlich in Barrenform gegossen, um leichter transportiert und anschließend weiterverarbeitet werden zu können. Große Goldbarren landen in der Regel in den Tresoren der Notenbanken, wo sie den Staaten als Währungsreserve für Notzeiten dienen. Kleine Goldbarren werden vor allem an Anleger weiterverkauft, oder dienen als Ausgangsprodukt für die Münzprägung, Schmuckherstellung und die Weiterverarbeitung in der Industrie.

Die Ära des Goldrausches

Im 19. Jahrhundert führte die Entdeckung von Seifengold vor allem in den USA und Kanada dazu, dass tausende Menschen in der Hoffnung auf den großen Reichtum ihre Arbeit in den Fabriken niederlegten, um als Goldgräber ihr Glück zu versuchen.

Sie zogen zum Teil mit der ganzen Familie in die Gebiete, in denen zuvor Gold gefunden wurde, oder sich Gerüchte um mögliche Goldvorkommen verbreitet hatten. Berühmte Goldräusche gab es in Kalifornien, Colorado und Kanada, aber auch in Australien, Neuseeland und Südafrika.

Nach Ende des Goldrausches blieben die Goldsucher häufig an den Orten, an denen sie zum Teil jahrzehntelang gearbeitet hatten, da sie ihnen inzwischen vertrauter waren, als ihre ursprüngliche Heimat. Die Geschichte des Goldrausches ist daher auch eine Geschichte der Massenmigration in den jeweiligen Ländern.