Goldbarren als frühes Zahlungsmittel

Als Barrengold werden Goldbestände in Barrenform bezeichnet, die aufgrund ihrer einheitlichen Formung leicht transportfähig sind und sich besonders platzsparend lagern lassen.

Goldbarren dienten in der Vergangenheit vor allem als Handelsware. Sie stellten ein Zwischenstadium der Produktion dar: als Rohstoff wurde er vom Gewinnungsort ohne großen Aufwand dorthin transportiert, wo anschließend die Weiterverarbeitung stattfand, beispielsweise zu Statuen, Denkmälern oder Schmuck.

Aber insbesondere im Mittelmeerraum etablierten sich Gold- und Silberbarren schon bald als gängiges Zahlungsmittel und kamen vermehrt bei Tauschgeschäften zum Einsatz, bis schließlich die ersten Münzen geprägt wurden,  die eine bessere Handhabung im täglichen Gebrauch ermöglichten.

Goldbarren als Währungseinheit finden sich heute nur noch in den Tresoren der Nationalbanken. Hinzu kommt, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Funktion als Deckung des umlaufenden Papiergeldes verloren und fortan nur noch von geringer währungsgeschichtlicher Bedeutung waren.

Münzen und Barren aus Edelmetallen werden zwar bis heute geprägt und verkauft, dienen aber in erster Linie Numismatikern als Sammelobjekte oder als Wertaufbewahrungsmittel für Anleger.

Verschiedene Barrentypen

Standardbarren im internationalen Handelsgeschäft, sogenannte „Gold-Delivery-Barren“, tragen die Marke des Herstellers sowie eine Barrennummer als individuellen Authentifizierungs- und Herkunftsnachweis. Jeder Goldbarren wird vom Produzenten in einer Liste geführt, über die er jederzeit eindeutig identifiziert werden kann.

Außerdem verfügen sie über eine Reinheitsgarantie und tragen eine Prägung, die Auskunft über das spezifische Gewicht und die Feinheit des Goldes gibt. Die Feinheit dieser Goldbarren muss mindestens 995/1000 erreichen. Ein Standardbarren mit einem Feingehalt von 995 Prozent wiegt 400 Feinunzen, was ungefähr 12,44 kg entspricht, und hat eine Standardlänge von etwa 28 cm.

Anlagegoldbarren haben meist einen Feingehalt von 999,9/1000 und werden in zwei verschiedenen Gewichtsklassen unterteilt: Große Barren von über 1.000g und kleine von 1.000g oder weniger. Sie tragen üblicherweise eine Seriennummer und je nach Typ Prägungen, die Aufschluss über Hersteller, Gewicht und Goldgehalt geben. Außerdem schmückt die Rückseite einiger Barren ein aufgeprägtes Motiv oder Design.

In Deutschland sind Goldbarren von den Herstellern Degussa, Heraeus, Credit Suisse und Umicore bei den Anlegern besonders beliebt.