Blattgold

Blattgold ist eine dünne Folie aus goldhaltigen Legierungen, die der Verzierung unedler Materialien wie z.B. Holz, Papier oder Stuck dient. Sie ist üblicherweise  0,1 Mikrometer dick, sodass ein Gramm Gold je nach Blattstärke auf eine Fläche von etwa 3,4 bis 8,5 Quadratmeter ausgewalzt werden kann.

Häufige Legierungen für die Herstellung von Blattgold entstehen durch die Zugabe von Platin, Kupfer und Silber, die ihm entsprechend des Legierungsverhältnisses seine individuelle Farbnuance verleihen. Eine vergoldete Fläche glänzt in der Regel goldgelb, kann in selteneren Fällen aber auch farbliche Varianten wie Rotgold, Weißgold oder Rosé aufweisen.

 

Herstellung von Blattgold

Schon vor 5000 Jahren gab es das Handwerk des Goldschlägers in Indien, später in Ägypten. Erst im Mittelalter begannen auch hierzulande die Mönche in den Klöstern, Blattgold mithilfe verschiedener Hämmer manuell herzustellen. Heute wird Gold nicht mehr von Hand geschlagen, sondern maschinell vorgewalzt und dann mit elektrischen Hämmern weiter bearbeitet.

Die Goldlegierung wird zunächst in eine Barrenform gegossen, die anschließend zu einem Goldband ausgewalzt und dann in einzelne quadratische Flächen geschnitten wird. Diese Schnitte werden mehrmals übereinander gelegt und zu immer feineren Blättchen geschlagen, wobei der Vorgang so oft wiederholt wird, bis die gewünschte Stärke erreicht ist.

Die dünnen Goldblättchen lassen sich nur mit einer langen Holzpinzette anfassen und die Verarbeitung erfolgt unter Ausschluss jeglicher Luftbewegung, da jedes Blatt nur wenige Tausendstel Gramm wiegt.

 

Wo wird Blattgold eingesetzt?

Blattgold wird zu Dekorationszwecken eingesetzt, indem es mithilfe verschiedener Klebemittel (z.B. Öle oder Leime) auf dem Untergrund befestigt und anschließend poliert wird. Diesen Vorgang nennt man Vergolden.

Am Häufigsten findet Blattgold bei der Verzierung von Bilderrahmen, Mobiliar, Figuren und Architekturelementen Verwendung, kommt aber auch bei der Vergoldung des Buchschnitts, also der äußeren Schnittkante eines Buchblocks zum Einsatz. Der sogenannte Goldschnitt dient dabei einerseits dem Schutz der Buchseiten vor Verschmutzung und hat darüber hinaus vor allem ästhetische Gründe.

Da sogar der Verzehr von Blattgold ungefährlich ist, wird es immer öfter auch in der gehobenen Gastronomie eingesetzt, um beispielsweise Speisen oder Sekt zu veredeln.