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Deutsche Goldreserven

Deutsche Goldreserven und ihre Bedeutung

Mit einem Bestand von fast 3400 t verfügt Deutschland nach den Vereinigten Staaten über die zweithöchsten Goldreserven weltweit. Immer wieder einmal sind sie Gegenstand der wirtschaftspolitischen Berichterstattung. Das Gold der Bundesbank macht etwa 70 Prozent der deutschen Währungsreserven aus.

Vom Goldstandard zum Bretton-Woods-System

Gold spielte in früheren Zeiten eine wichtige Rolle im internationalen Währungsgefüge. Bis zum Ersten Weltkrieg galt der sogenannte Goldstandard. Danach war das umlaufende Geld in einem Land durch die jeweiligen nationalen Goldreserven gedeckt. Es bestand daher theoretisch immer die Möglichkeit, Banknoten in Gold umzutauschen. Durch die Festlegung des Verhältnisses der nationalen Währungen zum Gold waren automatisch auch die Wechselkurse definiert.

Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde der Goldstandard aufgegeben. Im Währungssystem von Bretton Woods, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte und bis Anfang der 1970er Jahre bestehen blieb, wurden Goldreserven vor allem von Ländern mit Exportüberschüssen aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch ein großer Teil der deutschen Goldbestände. Im Bretton-Woods-Abkommen war ein System von fixierten Wechselkursen im Verhältnis zum US-Dollar vereinbart worden. Die Währungen durften danach nur in engen Bandbreiten gegenüber dem Dollar schwanken. Die US-amerikanische Währung war wiederum an das Gold gekoppelt.

An Bedeutung verloren

Mit ihren Goldreserven konnten die Zentralbanken unerwünschte Währungsschwankungen gegenüber dem US-Dollar ausgleichen. Goldbestände dienten darüber hinaus auch zur Sicherung der Unabhängigkeit der Notenbanken. Nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems haben Goldreserven weltweit an Bedeutung verloren. Die Goldbestände der Zentralbanken sind insgesamt seit Anfang der 1970er Jahre zurückgegangen. Zum Teil wurden sie zur Tilgung von Staatsschulden eingesetzt.

Um den Goldmarkt vor übermäßigen Schwankungen durch größere Verkaufsaktionen zu bewahren, haben sich wichtige Notenbanken im Central Bank Gold Agreement von 2009 darauf verständigt, ihre Verkaufsmengen zu limitieren. Seit diesem Jahr beläuft sich die maximale Verkaufsmenge auf 400 t.

Goldreserven: Deutschland holt Gold zurück

In Krisenzeiten, wie zum Beispiel während der Euro-Krise, geraten die Goldbestände wieder stärker ins Blickfeld. In diesem Zusammenhang wurde auch über die deutschen Goldreserven diskutiert. Sie lagern überwiegend im Ausland, nur etwa ein Drittel der Bestände befinden sich im Inland. Der größte Teil – rund 45 Prozent – liegt in New York. Die Bundesbank will die Auslandsbestände moderat zurückführen.